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Tierarztpraxis Utting
Dr. med. vet. Angela Endres
Im Gries 21
86919 Utting

Telefon: 08806 442
Telefax: 08806 9443
E-Mail: praxis-dr.endres@t-online.de

Zahnbehandlung beim Tier

Humpelt plötzlich der Hund oder kommt die Katze von einem Revierkampf mit tiefen Kratzwunden nach Hause, ist die Sache klar und der Weg zum Tierarzt die logische Folge. Viele gesundheitliche Probleme sind aber nicht so offensichtlich und werden deshalb von Herrchen oder Frauchen auch oft lange nicht erkannt. Und da unsere Vierbeiner uns nicht erzählen können, wo es kneift oder drückt, leiden sie oft sehr lange, bis der Halter endlich durch das Verhalten des Tieres auf das Problem aufmerksam wird und den Tierarzt aufsucht. Das gilt auch und ganz besonders für Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleischs. 

Die Tierärztin Dr. Angela Endres hat nach dem Studium eine Zusatzausbildung für Zahnheilkunde gemacht und ist Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde. Sie gibt unseren Lesern wichtige Informationen und Tipps rund um das Thema Zahngesundheit bei Hunden, Katzen und Kleintieren. 

Tierärztliche Zahnbehandlung ist angewandter Tierschutz. Denn kranke oder verletzte Zähne bereiten einem Tier genauso viel Schmerzen wie dem Menschen. 

Die Zähne von Hunden und Katzen sind auch genauso aufgebaut wie die des Menschen. Sie bestehen aus einer oder mehreren Wurzeln, die fest im Kieferknochen verankert sind und aus der sichtbaren Krone, die von dem sehr harten Zahnschmelz umgeben ist. In ihrem Inneren befindet sich die sogenannte Pulpahöhle mit den Blutgefäßen und dem Nerv. Deshalb sind sie genauso schmerzempfindlich wie unsere Zähne. Akute Zahnschmerzen entstehen zum Beispiel, wenn ein Zahn abbricht. Dies passiert bei Hund und Katze viel schneller als beim Menschen, da sie Ihr Gebiss noch viel ausgiebiger und intensiver benutzen. Auch sind sie nicht so wie wir an die moderne Zivilisation angepasst und erleiden häufiger Unfälle (Autos, Balkonabstürze usw.). Aber auch an hartem Spielzeug, an Knochen, Steinen und Stöcken können sie sich ihre 

Zähne verletzen. Ein abgebrochener Zahn schmerzt hochgradig, stirbt innerhalb einiger Tage ab und vereitert im Wurzelbereich. 

Diese eitrige Entzündung greift erst auf den umliegenden Kieferknochen und dann über die Blutbahn auf andere Organe im Körper über. Infolge einer sogenannten Sepsis können schwerwiegende und lebensbedrohliche Organerkrankungen entstehen, zum Beispiel an Herz und Nieren. 

Ein abgebrochener Zahn muss deshalb so schnell wie möglich vom (spezialisierten!) Tierarzt untersucht, geröntgt und behandelt werden. Die Behandlung besteht entweder aus einer Wurzelbehandlung, wobei der Zahn erhalten werden kann oder in einer fachgerechten und sorgfältigen Extraktion. 

Abwarten weil der Zahn „wieder zu ist, er sich wieder regeneriert“ oder das Tier ja noch frisst, ist deshalb keine Option! 

Besonderes Augenmerk gilt dem Zahnwechsel des Hundewelpen. Er beginnt im Alter von etwa vier bis fünf Monaten. Am Ende des sechsten Lebensmonats sind dann normalerweise alle Milchzähne durch die bleibenden Zähne ersetzt. Hierbei kann es zu Störungen kommen wie zum Beispiel dem sogenannten ́Caninus- Steilstand ́. 

Hier wachsen die langen Eck- oder Fangzähne des Unterkiefers senkrecht nach oben anstatt im 45 Grad Winkel am Oberkiefer außen vorbei. 

Dabei bohren sie sich in den Oberkieferknochen. Schmerz und Entzündungen sind die Folge. Wird das frühzeitig erkannt, kann korrigierend eingegriffen werden. Später kann man sie nur noch kürzen und eine Wurzelfüllung vornehmen. 

Aber auch Zahnfleischentzündungen bereiten Schmerzen. Sie können unter anderem durch Zahnbeläge / Zahnstein entstehen, der wiederum häufig durch die Verfütterung zu weichen Futters, wie zum Beispiel Dosenfutter, entsteht. Abhilfe schafft auch hier nur die professionelle Zahnsteinentfernung durch den Tierarzt, und zwar unter einer kurzen Narkose. Nur so kann das Gebiss sorgfältig untersucht und behandelt werden, wie etwa auch durch Extraktion vereiterter Zähne. Danach dienen Futterumstellung und gegebenenfalls Zähneputzen der Prophylaxe. 

Unter besonders ernsten und hoch schmerzhaften Formen von Zahnfleisch- und Zahnwurzelentzündungen leiden viele Katzen (ca. 50%). Das Zahnfleisch ist hochgradig entzündet und vereitert, der Zahnverlust droht. Oder die Entzündung beginnt unsichtbar aber schmerzend im Wurzelbereich (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen, abgekürzt auch FORL genannt) und zerstört im weiteren Verlauf den ganzen Zahn. Als Ursachen gelten unter anderem Virusinfektionen wie Katzenschnupfen und Leukose (Stomatitis) - in diesem Zusammenhang sei auf die Notwendigkeit der Schutzimpfungen hingewiesen. Dazu kommen Billigfutter und nicht artgerechte Haltung. Die Erkrankung der Zahnwurzeln(FORL) ist vermutlich Folge von Störungen des Hormonhaushaltes und des Immunsystems. 

Viele Tierbesitzer merken von all dem nichts, da Tiere bekanntlich nicht reden können. Die chronischen Schmerzen haben sich langsam entwickelt und so eine schleichende Verhaltensänderung der Tiere bewirkt. Sie ziehen sich zurück, kauen ́anders ́, fressen wenig oder knurren ihr Futter sogar an, fressen aber nicht vor lauter Schmerzen. Im schlimmsten Fall verhungern sie vor der vollen Futterschüssel. Solche Katzen müssen von einem spezialisierten Tierarzt gründlich untersucht und behandelt werden. 

Auch Kaninchen und Meerschweinchen sollten einer regelmäßigen Gebisskontrolle durch einen spezialisierten Tierarzt unterzogen werden. Diese Nager entwickeln durch ihr lebenslanges Zahnwachstum bei Fütterungsfehlern Fehlstellungen und scharfe Spitzen im Gebiss, die grauenhafte Folgen haben können. 

Artgerechtes Futter für sie sollte rohfaser- und vitaminreich sein und darf kein Getreide enthalten! Leider sind die Läden voll mit solchen Sachen. Getreide ist eine Kulturpflanze des Menschen, kein Kaninchen ernährt sich in freier Wildbahn davon. Es schmeckt, macht schnell satt, aber der Zahnabrieb reduziert sich auf ein Minimum. Stattdessen sollte Heu und Wasser immer zur freien Verfügung stehen und durch Grünzeug wie Löwenzahn, Möhren und Salat ergänzt werden. 

Bilderserie zu Zahnproblemen

nachfolgend sehen Sie Fotos einiger Fälle aus meiner Praxis

Bild 1 + 2 Abgebrochener Fangzahn einer Katze mit ablaufendem Eiter vor und nach der Wurzelbehandlung

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Bild 1
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Bild 2

Bild 3 Caninussteilstand - die unteren Fang(Eck)zähne sind an der Innenseite der oberen hoch gewachsen

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Bild 4 Einbißstellen der unteren Fangzähne im Gaumendach

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Bild 5 Gekürzte und verfüllte untere Fangzähne, - so erspart man dem Tier lebenslanges Leid

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Bild 6 Zahnfleischentzündung mit Wurzelzer- störung bei einer Katze - hoch schmerzhaft

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Bild 7 Fehlstellung und falsch gerichtetes Wachstum im Schneidezahnbereich eines Kaninchens - Futteraufnahme unmöglich!

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Bild 7

Zahnmedizin

Unsere Leistungen:

Diagnostik von Zahnerkrankungen mittels oraler Röntgentechnik im Frühstadium.

Behandlung von Zahnfleischerkrankungen bei Hund und Katze.

Sanierung von chronisch kranken Katzengebissen (chron. Stomatitits).

Extraktion von Zähnen bei Hund und Katze.

Wurzelbehandlung.

Therapie von Nager-Gebissen, Korrektur von Fehlstellungen und Extraktion fehlgestellter Schneide- und Backenzähne mittels Spezialinstrumenten.